Interview Glashaus: November 2009
In den Büroräumen von 3P in der Frankfurter Innenstadt haben wir Moses Pelham, Martin Haas und Peppa Singt, besser bekannt als Glashaus, zu einem ausführlichen Interview getroffen, in dem es um das Album „NEU“ geht, aber auch um die persönlichen Ansichten, Wünsche und Hoffnungen der Drei. Dabei erfahren wir nicht nur etwas zu den musikalischen Hintergründen, sondern auch, warum es sich gut trifft, dass alle drei Perfektionisten sind, die Freude von Moses über die neue 3P Website und vieles mehr.
Hip-Hop-News: Seit einigen Tagen ist „NEU“ draußen. Wie fühlt sich das nach mehr als zwei Jahren Arbeit an?
Moses: Es ist das, worauf wir hingearbeitet haben und wegen mir hätte es auch schon vor drei Monaten draußen sein können.
Hip-Hop-News: Die Arbeiten an „NEU“ beziehungsweise das Schreiben von Songs hat ja schon angefangen, bevor Peppa mit an Bord war. War es von Anfang an klar wo ihr mit „NEU“ hin wolltet oder hat sich das im Laufe der Zeit erst ergeben?
Moses: (lacht) Lass es mich so sagen: wir hatten einen Plan wo wir hin wollen, aber das hat mit dem wo wir jetzt sind nichts zu tun. Wir wussten, dass wir Schritte machen wollten, die einfach anders sind, vor allem von der Vorgehensweise. Nach 20 Jahren Zusammenarbeit hat sich eine gewisse Routine eingeschlichen, die in vielen Dingen gut ist, aber dieses wach sein, die Augen offen haben, ist manchmal auch ganz gut, wenn man auf einem Terrain ist, das nicht so ausgetrampelt ist. Da wollten wir hin, sowohl was die Klangerzeugung als auch deren Bearbeitung angeht, aber auch was Tempo angeht. Aber so unterschiedlich die Mittel sind, so traditionell waren eigentlich die ersten Stücke, die wir gemacht haben. Ich kann noch ganz deutlich heraushören, welche Stücke entstanden sind, bevor Peppa dabei war. Um mal ein Beispiel zu nennen, so ein Stück wie „Kennenlernen“ wäre ohne Peppa nie entstanden. Es ist einfach so ein Spirit, der erst dazu kam als wir drei beisammen waren.
Hip-Hop-News: Wie kann man es sich vorstellen, wenn drei Menschen an einem Musikprojekt arbeiten? Gibt es da ganz klare Grenzen, wer was macht oder geht das fließend ineinander über?
Moses: Wir haben schon eine grobe Aufteilung der Aufgaben. Aufgrund ihres Namens (schaut zu Peppa) ist es ja klar, dass sie singt, ich pelham und er haas’t (schaut zu Martin, alle drei lachen). Wir machen einfach gemeinsam Musik, ich schreibe aber, die Sachen befruchten einander auch einfach. Ich würde die Stücke einfach nicht so schreiben, wenn wir diese Musik nicht hätten und ohne die Perspektive, dass Peppa das am Ende singt.
Hip-Hop-News: Während es auf „NEU“ einige Songs gibt, die in alter Glashaus Tradition stehen, sind auch viele Tracks dabei, mit denen man so nicht gerechnet hätte, die einfach sehr positiv sind und nach vorne gehen. Ist das auch das Konzept von „NEU“, einen neuen Sound zu erschaffen?
Martin: Neu würde ich gar nicht sagen, es ist vielmehr eine Erweiterung zu diesen schweren, tiefgängigen Sachen, die sich sehr oft einfach auch mit negativen Dingen beschäftigen. Das neue daran ist es, eine andere Seite zu haben und zu zeigen. Ob es von Anfang an ein Konzept war, kann ich nicht sagen, es ist etwas das einfach passiert ist was auch ganz stark mit der Öffnung von Moses als Texter zu tun hat, die ja schon sehr viel früher stattgefunden hat. Wenn Du Dir „Ein schöner Tag“ auf „Geteiltes Leid 2“ anhörst, hast du das auch schon. Das Ganze hat sich auf der Platte noch sehr viel weiter entwickelt.
Moses: Die Idee, dass ich ein Lied über eine schwierige Situation in der ich bin, schreibe und es mir damit von der Seele schreibe, gleichzeitig jemandem der in einer ähnlichen Situation ist, damit ein Trost bin, das ist eine tolle Tradition und das will ich auch nicht unterlassen, weil ich es für sehr wichtig halte, aber eine ganze LP die nur so ist, das ist es nicht was ich momentan will. Eine Platte die mehr vom Leben abbildet, ist momentan eher das, wonach ich mich sehne. Als Künstler, vor allem aber auch als Mensch, will ich nicht nur Trauer um mich haben, ich will irgendeine Perspektive. Wenn Du Dir „Von Guten Mächten“, was ja auch ein schweres Stück ist, anhörst oder Dir den Text durchliest, wie erbauend das ist und dir vor Augen führst, in welcher Situation Dietrich Bonhoeffer das geschrieben hat, dann ist es ehrlich gesagt auch ziemlich beschämend, nur Stücke zu schreiben, in denen du dich beschwerst, wie schlecht es dir geht. Aber so ein Stück wie „Das hier“, das nicht nur „Ich kann mich nicht bewegen“ ist und auch zeigt, dass ich um das kämpfen will was ich mir wünsche, das ist es, was ich als Mensch momentan haben will. „Das hier“ ist auch nicht weniger tiefgründig als „Schwer“ oder „Ich kann mich nicht bewegen“. Ich habe lange Zeit ein Stück, das nicht eine gewisse Schwere hat, für eher trivial gehalten und ehrlich gesagt kann man so ein Stück wie „Kenne lernen“ auch trivial finden aber ich finde es toll, dass es mir gelungen ist, ein Stück zu schreiben, dass das abbildet und ein Stück der Wahrheit ist.
Hip-Hop-News: Wir haben jetzt schon über „Von Guten Mächten“ von Dietrich Bonhoeffer gesprochen. Warum ist das Stück mit auf dem Album?
Moses: Die Mutter von Supersven hat mir auf WKW geschrieben, dass ihr Sohn geheiratet hat, aber eine kirchliche Trauung machen möchte, und dass es für die Wahnsinn wäre, wenn wir dieses Stück singen könnten, da es auch sein Konfirmationsspruch war. Da denkt man natürlich im ersten Moment, dass das vielleicht ein bisschen viel verlangt ist, aber ich dachte mir „Lass mal hören“ und habe danach im Internet gesucht und ich hatte erst ein Jahr zuvor überhaupt von Dietrich Bonhoeffer gehört und war von der ganzen Geschichte schon beeindruckt. Ich habe dann ganz viele Versionen von dem Stück gefunden, die einfach fürchterlich waren, habe aber gesehen, dass das schon was ist, einfach auch weil der Text unglaublich ergreifend ist. Ich habe mir dann vorgestellt, dass es toll wäre, wenn wir das machen würden. Dabei hat sich dann herausgestellt, dass es auch Peppas Konfirmationsspruch war.
Hip-Hop-News: Wie war es für Dich, Peppa, genau die Songs zu singen, die Moses nicht nur geschrieben hat, sondern wo man auch fühlt, dass er da ein Stück weit Seelenstriptease betrieben hat?
Peppa: Als ich die ersten Songs von Glashaus gesungen habe, wusste ich zwar, dass er die Stücke geschrieben hat, aber ich kannte ihn ja noch gar nicht. Wobei ich glaube, dass man sich, wenn man Stücke hört die so viel Intimes berichten, wie es bei Moses der Fall ist, auch ein Stück weit kennenlernt. Ich interpretiere sie Stücke auch immer noch mal für mich. Als ich ihn aber kennengelernt habe, auch wenn ich dann alte Stücke gehört habe, war das Bild einfach noch ein wenig klarer und man erkennt ihn immer mehr in den Liedern wieder.
Hip-Hop-News: Wie genau bist Du eigentlich zu Glashaus dazu gekommen?
Peppa: Ich war ja schon immer Glashaus Fan und habe alle Sachen verfolgt. Moses hat mich dann in der Top-Friends Liste in MySpace bei einer Glashaus-Fan-Seite gefunden und mir geschrieben. Ich habe dann eine CD zu den beiden Herren geschickt, wir haben uns getroffen uns so hat alles seinen Gang genommen.
Hip-Hop-News: Wie schwer war es dann Cassandra Steen tatsächlich zu ersetzen? Ihr habt ja so lange zusammengearbeitet.
Moses: Ich sag‘ Dir, ich hätte es für unmöglich gehalten, Ersatz zu finden.
Martin: Oder zu suchen. Wir haben ja gar nicht gesucht.
Moses: Wir hatten Peppa ja zu einer Produzentenplatte eingeladen, an der wir gearbeitet haben und erst da haben wir gemerkt: das ist ja Glashaus. Man muss sehen, das Glashaus ja kein geplantes Projekt war. Als wir damit 1999 angefangen haben dachten wir ja, dass wir Cassandras Soloalbum machen und dann nach sieben oder acht Stücken gemerkt haben, dass das ja gar nicht die Perspektive ist und es auch nicht glaubhaft sein kann. So wurde Glashaus geboren. Für mich waren das auch gar nicht die Menschen sondern die Lieder. Die Sammlung dieser Lieder war Glashaus. In dieser Tradition der Wunder passt das hier ganz wunderbar rein und ich habe für mich ganz persönlich das auch als Zeichen genommen.
Hip-Hop-News: Ich hatte früher immer das Gefühl, dass die besten Songs rum gekommen sind, wenn es Dir so richtig dreckig ging.
Moses: (lacht) Das Gefühl hatte ich auch.
Hip-Hop-News: Bei „NEU“ gibt es aber sehr viele Songs, die vor Positivität strotzen und ein gutes Lebensgefühl transportieren, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Du auch gute Songs schreiben kannst, wenn Du keine Krisen schiebst.
Moses: Ich glaube aber, dass es den Songs gut tut, dass sie eine Krise vor der Entstehung hatten. Ohne das Erleben von Stücken wie „Ich kann mich nicht bewegen“ oder „Schwer“ gibt es nicht den Druck, wenn du „Das hier“ hörst.
Hip-Hop-News: Peppa, Du kommst ja aus einer Familie, die durchaus auch klassisch geprägt ist.
Peppa: Na ja, was heißt klassisch. Mein Vater ist Jazz-Musiker, allerdings war meine Ur-Oma klassische Opernsängerin, aber eigentlich ist meine ganze Familie sehr musikalisch.
Hip-Hop-News: Das bedeutet aber auch, dass es nicht aus dem Spektrum fällt, dass Du jetzt mit Glashaus Musik machst oder hatte Deine Mutter andere Pläne für Dich?
Peppa: Meine Mutter war mit bei dem Glashaus Konzert damals und hat danach zu mir gesagt: „Also wenn ich mir wünschen könnte, dass Du mit einem in Deutschland zusammenarbeiten könntest, dann dieser Pelham.“ Und ich sagte dann noch, dass ich mir das gar nicht vorstellen könnte, weil er im Konzert so schlecht über Köln gesprochen hat und alle total provoziert hat (lacht).
Martin: Du meinst die Publikumsbeschimpfung, oder?
Peppa: Ja, genau!
Moses: Da stehen die doch drauf (lacht).
Peppa: Da hat er Köln echt fertig gemacht (lacht).
Moses: Das ist einfach so, wenn man das jede Nacht macht, dann will ich immer einen kleinen Schritt weiter gehen. Aber ich kann mich da noch daran erinnern und es war wirklich knapp (lacht).
Hip-Hop-News: Wenn man die Making Of’s verfolgt hat, kam es einem manchmal so vor, als ob ihr zwei von Moses ziemlich genervt wart, wenn er mit der Kamera vor eurem Gesicht herumgefuchtelt hat.
Moses: (lacht) Ja, das ist doof. Eigentlich müsste man eine unsichtbare Kamera haben. Es ist klar, sobald die Kamera ins Spiel kommt, ändert sich die Situation ein bisschen.
Hip-Hop-News: Gleichzeitig kam aber auch heraus, dass Du ein ziemlicher Perfektionist bist, wenn es um Musik geht. Wie ist es denn für euch beide, mit Moses zusammenzuarbeiten, der vielleicht an Details arbeitet, die sonst keiner mehr hört?
Martin: Ich würde mich auch als Perfektionist bezeichnen, möglicherweise aber nicht ganz so in Details verliebt wie Moses. Das hat dazu geführt, dass wir uns in den ersten Jahren unserer Zusammenarbeit in etwas verrannt haben, das man schneller hätte abhandeln können. Im Laufe der Jahre haben wir dann einfach gelernt, dass es manchmal besser ist, etwas zu vertagen und zu einem späteren Zeitpunkt nochmal anzuhören, wenn man vielleicht einen anderen Blick darauf hat, wie wichtig ein Detail am Ende dann ist. Es sind dann oft Situationen, durch die man mit der Detailarbeit einfach nicht weiterkommt. Aber Perfektionismus ist eine Grundvoraussetzung für das was wir machen. Wir können keine Sachen rausgeben, die irgendeinen Makel haben oder wo wir uns unsicher sind. Wir brauchen einfach Zeit, um Titel fertig zu machen und dann auch loszulassen.
Moses: Und Du musst auch etwas anderes machen, um sicher sagen zu können: „Das andere ist nicht besser, das hier ist besser.“
Martin: Das muss man dann auch nicht immer wieder machen. Es gibt natürlich viele Sachen die wir schon so oft gemacht haben, so dass wir dann aus der Erfahrung sagen können: „Nein, das brauchen wir nicht mehr probieren.“
Moses: Und dann gibt es noch ganz viele Sachen, die man trotzdem probieren muss (lacht).
Martin: Es gibt dann auch immer wieder Momente, in denen man bestimmte Sachen doch noch mal macht. Wenn es zehn Mal hintereinander nicht funktioniert hat, dann klappt es vielleicht beim elften Mal oder 50. Mal. Manche Dinge sind nochmal ein Versuch wert. Man kann die Erfahrung nicht immer auf alles übertragen, weil es viele unterschiedliche Situationen gibt und wir arbeiten ja auch nicht immer nur an einem Song. Vielleicht wird es irgendwann mal einen Titel geben, bei dem ein großer Hall auf der Base-Drum tatsächlich das richtige ist.
Hip-Hop-News: Wie ist es dann für Dich mit, so wie sich herausstellt, zwei Perfektionisten zusammenzuarbeiten?
Peppa: Wenn ich ehrlich bin, höre ich mir die Sachen ja in sehr viel größeren Abständen an. Die beiden hören sich das ja täglich mehrfach an. Ich bekomme das dann in den einzelnen Entwicklungsetappen mit und für mich sind dann oft keine Details sondern Riesenschritte. Ich bin aber auch selber sehr perfektionistisch und daher trifft sich das ganz gut (lacht).
Martin: Was die Arbeit unglaublich vereinfacht.
Moses: Ich habe auch gar keinen Bock mehr mit jemandem zu diskutieren, der überhaupt nicht in dem Ding drin ist. Damit es überhaupt Sinn macht, dass man sich über ein Detail unterhalten kann, musst du einen gewissen Schritt tief da drin sein. Das macht für mich jemanden der daran arbeitet überhaupt erst seriös.
Hip-Hop-News: Und damit auch professionell?
Moses: Ja. Ich habe wirklich schon mit vielen Leuten zusammengearbeitet, ohne jetzt Namen nennen zu wollen, bei denen das nicht so war, und wo ich einfach unglaublich glücklich bin, mit diesen Leuten nicht mehr zusammenzuarbeiten. Wenn dann noch die Kombination “Schlechtes Gebabbel” und “eigentlich gar keine Ahnung haben” zusammenkommt, dann macht mich das unfassbar unglücklich. Seinen eigenen Shit nicht am Start haben und mit mir über meinen diskutieren wollen, das ist eine ganz schlechte Kombination. (Kurze Pause) Das kam jetzt von Herzen (lacht).
Hip-Hop-News: Ist damit „NEU“ einfach auch nur ein Baustein von dem Ganzen, was in letzter Zeit passiert ist? Es hat sich ja so viel geändert.
Moses: Es ist ein Produkt des Lebens, das muss man einfach sehen.
Hip-Hop-News: Bei dem Countdown, den Du vor dem Relaunch der 3P Website gestartet hast, kam ja sehr oft heraus, dass es für Dich sehr frustrierend gewesen sein muss, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die die Einstellung von der wir gesprochen haben, nicht an den Tag gelegt haben.
Moses: Das ist ein Euphemismus.
Hip-Hop-News: Eigentlich hast Du also kein Bock mehr mit Leuten zusammenarbeiten, die Dich nicht fühlen?
Moses: Die mich nicht fühlen, mir Scheiße erzählen, die gar nicht wissen, was wir für einen Aufwand betreiben, was das für ein Risiko ist. Ich habe da keinen Bock mehr drauf und alleine darüber zu reden macht mich unglücklich.
Hip-Hop-News: Dann lass uns über was Positives reden. Ihr habt vor kurzem das N-Joy Radiokonzert gemacht. War das das erste Mal, wo ihr in größerem Rahmen live gespielt habt?
Moses: Wir haben davor dieses TV-Noir Ding gemacht, was ja wirklich sehr spontan war und dann eben richtig bei N-Joy.
Hip-Hop-News: Ihr habt ja jetzt auch die „Kleine NEU Tour“ geplant, die ja eher einen Club-Tour Charakter hat. Gibt es da schon Vorbereitungen was zum Beispiel die Bühnenshow angeht?
Moses: Ich habe ein paar Notizen auf Basis von dem N-Joy Ding, aber wir haben dafür noch nicht geprobt.
Martin: Wir werden auf jeden Fall einen etwas kleineren Flügel haben, so dass auch die Band ein wenig näher zusammenrücken kann. Wird schon kuschelig (lacht).
Hip-Hop-News: „Habt ihr das gehört“ ist ja der einzige Track, auf dem Du Rap-Parts hast und er ist auch nur auf der Deluxe-Edition vertreten. Wie kam es dazu?
Moses: Das sollte eigentlich das Intro werden. Es war dann natürlich schwer mich davon zu trennen, aber es hat nicht mehr in das Konzept des Neuen gepasst. Ich bin einfach unfassbar froh, dass es diese Deluxe-Edition gibt, wo man sagen kann, das hier nochmal sieben von den Stücken sind, die nicht auf dem normalen Album sind, aber eigentlich auch hätten drauf sein können.
Hip-Hop-News: Wahrscheinlich gibt es aber noch viel mehr Stücke, die es auf das Album hätten schaffen können?
Moses: Ja, aber gerade so Stücke wie „Gut“ oder „Habt ihr das gehört“, sich davon zu trennen ist halt Wahnsinn. Dann gibt es aber auch andere Stücke, von denen ich sagen kann, dass es gut ist, dass sie es nicht auf das Album geschafft haben und die ich auch nie wieder hören will.
Hip-Hop-News: Ganz anderes Thema: erzählt mir mal was von Schafen und warum ein schwarzes Schaf?
Moses: (lacht) Na ja, es gibt ja ganz viele naheliegende Assoziationen, von denen ich einige treffend finde. Ich beschäftige mich ja nun schon seit weit über einem Jahr damit und es hat sich einfach richtig angefühlt. Während wir dann weitergemacht haben, kamen mir immer mehr Assoziationen in den Sinn, die ich auch für sehr treffend halte. Ich würde es eigentlich zu diesem Zeitpunkt ungern formulieren, weil ich möchte, dass die Leute, die die Platte in ihr Leben lassen, sich selbst Gedanken machen und auf treffende Assoziationen kommen.
Hip-Hop-News: Was ja ebenfalls sehr treffend ist, ist der Relaunch der 3P Website, mit der Du sehr glücklich zu sein scheinst.
Moses: Manchmal kommt doch noch der eine oder andere Hater rein, aber ich habe da jetzt ein ganz eigenes Tool, mit dem ich das löschen kann (lacht).
Hip-Hop-News: Du scheinst aber auch unglaublich viel Herzblut dort rein zu stecken.
Moses: Ja, ich habe mir das unglaublich gewünscht, auch wenn ich ehrlich gesagt momentan viel seltener drauf bin, weil wir momentan einfach andere Sachen zu tun haben. Wenn wir im Studio sitzen und der Martin gerade irgendwas macht, ist es für mich halt viel einfacher, da mal kurz reinzuschauen. Ich habe mir halt sehr gewünscht, dass da ein Austausch mit Leuten stattfindet, die sich wirklich dafür interessieren und nicht nur ein Sammelbecken von Leuten, die kurz reinschauen. Nach dem Motto: „Was ist eigentlich mit Rödelheim Hartreim Projekt?“ Ich will nicht, dass Du auf diese Seite kommst, Du hast hier nichts zu schreiben, lese dir die Seite einfach durch und dann beantwortet sich die Frage schon während des Lesens. Es ist doch klar, dass ich keinen Bock habe dem 500.000 Halbstarken das zu erklären. Wenn das jetzt ein Riesen-Radiosender ist, mache ich das vielleicht noch mit, weil das zu meinem Job gehört, aber nicht auf meiner Seite, nein.
Hip-Hop-News: Das heißt aber, dass es sich im Großen und Ganzen so entwickelt hat, wie Du Dir das vorgestellt hast.
Moses: Ja.
Hip-Hop-News: Ist die Ausnutzung des Web 2.0 Potentials und der Vermarktung als digitaler Tonträger auch der Weg, der beschritten werden muss, um als Label zu überleben und als Musiker erfolgreich zu sein?
Moses: Die Büchse der Pandora ist jetzt offen. Ich war ein großer Freund des Digital-Rights-Managements: Tschüss. Es ist nicht das, was ich mir gewünscht habe, das sage ich Dir ganz ehrlich, aber es ist nun mal so wie es ist und wenn du nicht AC/DC bist, dann führt da auch kein Weg dran vorbei. So machen wir das Beste draus und das Beste ist in diesem Fall für mich iTunes, weil es einfach auch tolle Möglichkeiten der Archivierung hat, wenn man nicht so ein CD Fan ist wie ich.
Hip-Hop-News: Habt ihr Erwartungen an „NEU“, die ihr auch kommunizieren möchtet, vor allem in Hinblick auf den kommerziellen Erfolg?
Moses: Lass es mich so sagen: ich erwarte von dieser Platte, dass sie deutlich mehr Menschen erreicht, als alle Vorgängeralben. Ich glaube aber nicht, dass das ein schneller Ritt wird. Die Platte hat sehr viel mehr Potential und ich denke, dass wir auch die Wege dazu haben. Ich glaube aber, das wird nicht von heute auf morgen passieren.
Hip-Hop-News: Ist nach dem Album vor dem Album?
Moses: Nein (lacht). Also nicht direkt vor dem Album. Das ist aber auch das, was ich meine mit dem langen Ritt, um das Album zu den Menschen zu bringen. Man muss das schon wirklich zu den Leuten bringen, auch wenn sie glauben, sie brauchen das Album nicht. Sie brauchen es, wissen es nur noch nicht (lacht).
Hip-Hop-News: „Das hier“ ist ja die erste Singleauskopplung, gibt es schon Pläne für die nächste?
Moses: Ja.
Hip-Hop-News: Du willst es aber nicht verraten?
Moses: (lacht, schüttelt den Kopf)
Hip-Hop-News: Ja, dann danke ich euch für die Zeit und wünsche euch viel Erfolg mit „NEU“.
Moses: Ich danke Dir herzlich, dass Du hier warst.
Martin: Danke.
Peppa: Danke.










Beeindruckendes Interview!
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