Jonesmann und “Deutschlands vergessene Kinder”
In der Tequila-Bar in Frankfurt haben wir uns bei einer Tasse Kaffee und Tee zu einem kleinen Plausch mit Jonesmann zusammengesetzt und ihn zu seiner Beteiligung an „Deutschlands vergessene Kinder 2“ und der Unterstützung sozial Schwächerer im generellen befragt.
Hip-Hop-News: Du hast an „Deutschlands vergessene Kinder 2“ mitgewirkt. Erzähl doch mal wie es dazu gekommen ist.
Jonesmann: Letztes Jahr gab es ja schon den ersten Sampler und ich kenne Ben Mansour und die Jungs von Mellowvibes ganz gut. Die haben mir dann irgendwann mal spontan von dem Sampler erzählt und das man für die Kinder die aus zerrütteten Verhältnissen kommen, keine Kohle haben und in einem sozialen Brennpunkt wohnen einfach ein Sampler macht in dem sich jeder ein wenig dem Thema annimmt. Der Gewinn wird dann gespendet. Da wir für solche Projekte immer zu haben sind, war es dann dieses Jahr wieder das gleiche. Blaze und ich haben es dann diesen Sommer abgecheckt. Er war es eigentlich auch der den kompletten Song gemacht, Lex Barkey den Beat und ich dann die Hook.
Hip-Hop-News: Sind solche Projekte etwas Besonderes für Dich oder gestaltet sich das musikalisch wie alles andere?
Jonesmann: Wenn ich einen deepen Rhyme schreibe bei dem es zum Beispiel um Kinder geht, ist es eigentlich derselbe Film. Wenn es um Freunde oder Familie geht ist es eigentlich ähnlich, natürlich ist es aber hier jetzt etwas Besonderes, da es um ein konkretes Projekt geht, bei dem der Gewinn auch den direkt den Kindern zugutekommt, dahingehend ist es ein bisschen was anderes.
Hip-Hop-News: Du hast Blaze erwähnt, der einen großen Teil des Songs übernommen hat.
Jonesmann: Blaze hat sich der Sache auf jeden Fall ein wenig mehr angenommen, vielleicht auch weil er ja selber Vater ist. Es werden ja auf dem Sampler verschiedene Geschichten erzählt und er war da schon tief drin.
Hip-Hop-News: Ist Hip-Hop, da es von den Grundzügen ja auch von der Straße kommt, dazu prädestiniert sich solchen Dingen anzunehmen?
Jonesmann: Auf jeden Fall. Rap ist ja ursprünglich, wie man jetzt auch immer mehr sieht, eigentlich das Sprachrohr für Menschen die aus einem sozialen Brennpunkt kommen. Natürlich ist es mit der Zeit immer mehr so geworden, dass auch Kiddies aus der Mittelschicht rappen und ihr Ding machen aber im Grunde kommt es eigentlich von der Straße. Deswegen finde ich es gut wenn sich Rapper, egal wer und wie es ihnen geht, sich bei so einem Projekt mit einbringen.
Hip-Hop-News: Das heißt auch das Du immer bereits bist an derartigen Projekten mitzuwirken?
Jonesmann: Eigentlich ja aber man muss natürlich abwägen was das für ein Projekt ist und ob ich da auch reinpasse, was für eine Rahmen das Ganze hat, wo es stattfindet. Da gibt es vieles was bedacht werden muss. Aber generell bin ich immer gerne dazu bereit was in der Art zu machen.
Hip-Hop-News: Was für einen Eindruck hast Du generell von der momentanen Situation? Glaubst Du das von solchen Projekten wie „Deutschlands vergessene Kinder“ noch immer zu wenig am Start sind?
Jonesmann: Ich kann das gar nicht so 100-prozentig beantworten, da ich nicht weiß was in den Jugendhäusern und sozialen Einrichtungen wirklich heute passiert. Da wo ich früher aufgewachsen bin gab es eigentlich viel solcher Initiativen, wo man beispielsweise auch Musik machen konnte. Ich höre immer nur, dass die Stadt wenig Geld hat und überall Einrichtungen geschlossen werden, wie zum Beispiel in der Nordweststadt wo das Jugendhaus auch dicht gemacht hat, weil kein Geld mehr da war.
Hip-Hop-News: Was steht ansonsten bis Ende des Jahres noch an?
Jonesmann: Das Jahr ist gut verlaufen und auch mit dem Blaze Album sind wir jetzt so gut wie durch. Wir sind froh das es so ein geiles Ding geworden ist. Zum Jahresabschluss haben wir noch ein paar Veranstaltungen, am 21. Dezember in der Batschkapp und am 22. Dezember im Sinkkasten. Dann machen wir den Plan für nächstes Jahr für Echte Musik.








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