Interview Blaze: September 2009 und Gewinnspiel
Im Studio von Lex Barkey, der gerade im Urlaub war und deswegen eine gespenstisch leere Atmosphäre herrschte, haben wir uns mit dem Frankfurter Rapper Blaze getroffen. Vor allem sprachen wir über „Karma“, sein neues Album aber auch über den Glauben, die Rolle als Vater und den Wandel in seiner Musik. Zu guter letzt gibt es am Ende des Interviews auch ein Gewinnspiel, dass sich auf jeden Fall anzusehen lohnt.
Hip-Hop-News: Dein neues Album „Karma“ kommt Ende des Monats raus. Sowohl vom Titel, als auch den ersten Impressionen, hört es sich deutlich anders an als dein letztes. Erzähl mal ein bisschen.
Blaze: Ich würde gar nicht mal sagen, dass es sich vom Sound her so krass von „Schocktherapie“ unterscheidet. Ich habe einfach darauf Wert gelegt, dass es in sich ein wenig mehr aufgeht, freundlicher klingt. Ich wollte einfach nicht mehr diesen traurigen Vibe haben, auch nicht bei den deepen Songs. Ich wollte einfach dass es freundlicher und positiver klingt. Eigentlich sollte es auch so ein wenig mehr in den Sommer rein gehen, daher auch der etwas sommerliche Sound bei dem einen oder anderen Song. Der rote Faden der sich durch das Album zieht ist auch das was Karma ausmacht: tue etwas Gutes und Du bekommst es zurück. Ich glaube einfach daran, weil ich es auch schon millionenfach selber erlebt habe. Ich wollte einfach ein wenig weg von dem Negativen. Es ist auf jeden Fall kein Street-Album, auch wenn es zwei oder drei Battle-Songs gibt.
Hip-Hop-News: Das bedeutet auch weniger Fäkalsprache?
Blaze: Auch die ganzen streetlastigeren Songs kommen ganz ohne solche Begriffe wie Hu***sohn, fi**en, und so weiter aus. Da habe ich sehr viel Wert drauf gelegt. Ich glaube auf dem ganzen Album sage ich in drei Lines „fick“ und das auch in einem vollkommen anderen Kontext. Ich wollte einfach ein bisschen weg von dieser Street-Scheiße, weil das einfach so übersättigt ist. Jeder macht das und viel zu wenige sprechen positiv über die Dinge. Die verkaufen sich alle als ob sie im Gazastreifen groß geworden wären, was einfach nicht der Fall ist. Egal durch wie viel Scheiße ich gegangen bin oder was ich alles gerissen habe, es gibt von 365 Tagen im Jahr mindestens 150 die positiv sind, wo es mir gut geht, wo ich keine Krisen habe. Ich denke dass das bei vielen Leuten genau so ist und die trotzdem Rap hören. Ich wollte einfach klar machen, dass ich nicht nur diese eine Facette habe.
Hip-Hop-News: Ist dieses vermeiden von Fäkalsprache und der damit verbundene, positivere Sound auch eine Folge davon, dass Du mit den Jahren auch in Deine Vaterrolle reingewachsen bist?
Blaze: Ja, auf jeden Fall. Ich will ja nicht dass er so redet. Ich kann ihm ja schlecht verbieten, wenn er irgendwann mal etwas von mir hören will, jetzt versteht er es ja noch nicht. In der Phase in der er jetzt ist, saugt man ja als Kind alles auf was es so zu hören gibt. Irgendwann kommt dann der Tag, wo er auch solche Ausdrücke benutzt. Es ist ja sowieso krass, was man so zu hören bekommt, wenn ich mit ihm auf dem Spielplatz bin. Unglaublich wie heutzutage sechs- oder siebenjährige teilweise reden. Das ist also auf jeden Fall ein Grund dafür, liegt aber auch daran, dass ich einfach nicht der Typ dafür bin. Klar habe ich auf „Schocktherapie“ ein bisschen auf die Kacke gehauen, da waren aber auch ein paar Sachen dabei, die schon ein bisschen älter waren und damals lag der Fokus noch ein wenig darin, eben so zu klingen, dass Leute mich verstehen, mit denen ich mich damals identifiziert habe. Mittlerweile juckt mich das nicht mehr, ich muss mir nichts mehr beweisen und zeigen wie hart ich bin. Ich bin da raus.
Hip-Hop-News: Und eventuell erreichst Du damit ja auch eine ganz andere Zielgruppe.
Blaze: Es gibt so viele Leute da draußen, die denken das Rapper nichts anderes können, als mit Kraftausdrücken um sich zu schmeißen und irgendwelche Mütter f***en. Dabei gibt es so viele, die es eben nicht sind und wo ich es auch teilweise nicht verstehe, dass die diesen Film immer noch fahren. Vielleicht weil sie Angst haben was Neues zu machen. Ich verstehe das auch vollkommen aus wirtschaftlicher Sicht, wenn genau das für dich funktioniert. Wenn du jetzt der Typ bist, der 300.000 Platten verkauft und merkst bei mir zieht das voll und ganz, da verstehe ich das. Aber ich bin nicht in der Position, dass ich sagen kann das es für mich so krass zieht, dass ich auf diesen Streetfilm nur noch abfahren muss. Deswegen habe ich mir gedacht, dass es dieses mal ein bisschen anders klingen muss.
Hip-Hop-News: Auf dem Labelsampler gab es ja viele Songs auf denen Du die Hooks übernommen hast und ein wenig melodischer gerappt hast. Ist das auch bei „Karma“ so?
Blaze: Ja, dass ist ja auch ein bisschen mein Ding. Ich stehe nicht so auf Rap Hooks. Es gibt ja manche Songs, da kannst Du die Hook nicht vom Verse unterscheiden. Erst wenn Du es wieder hörst, checkst Du, dass es die Hook ist. Gerade als Hörer, wenn du nicht genau hinhörst und den Beatchange merkst, checkst Du das nicht. Was anderes ist es, wenn Du selber Musik machst und weißt, dass das der 16-Takt-Break vor der Hook war. Für mich ist es wichtig, dass sich die Hook deutlich abhebt. Auf „Karma“ habe ich das auch voll durchgezogen, wenn ich mich recht erinnere, gibt es keine einzige Rap Hook.
Hip-Hop-News: Ist das für Dich schon eher singen oder doch mehr Rap?
Blaze: Nein, also das ist schon melodisches rappen. Mit Gesang hat das wenig zu tun. Wenn man sich manche Einzelspuren anhört, ist das auch echt schrecklich (lacht). Ich war eigentlich schon immer ein Fan das zu machen, auch schon vor „Schocktherapie“. Es ist nicht immer wirklich einfach, auch vom Melodie finden her und das ganze passiert ja auch in einer kleinen Range. Jeder Song hat einen Grundton und wenn der schon zu hoch oder zu tief ist, dann wird das schon nichts mehr. Ich denke aber schon, dass mir das in der Zwischenzeit sehr leicht fällt.
Hip-Hop-News: Das Release von „Karma“ kam ja jetzt doch relativ schnell. Wie kam es dazu?
Blaze: Jones kam Mitte/Ende Juni zu mir und hat mich gefragt ob ich in einem Monat ein Album schaffe. Ich habe dann zehn Sekunden überlegt und Ja gesagt (lacht). Es sollte ja ursprünglich Ende August raus kommen.
Hip-Hop-News: Manche Leute arbeiten ja ein Jahr oder mehr an einem Album, dass war dann schon eine krasse Ansage, oder?
Blaze: Teilweise war es schon echt hart. Vor allem an Anfang, bis sich genug Druck aufgebaut hat. Irgendwann ging es dann aber schon recht zügig. Es hat ja erst mal zwei Wochen gedauert, bis ich nach dieser Ansage ins Studio gegangen bin und überhaupt etwas gemacht habe. Dann ging es erst richtig los: Produzenten checken, Beats schicken, anhören, Beats picken. Die ersten neun bis zehn Songs gingen dann recht schnell, danach hat es sich wieder ein bisschen gezogen. Am Ende des Tages gab es aber kein Zeitdruck und es ist einfach auch gut zu wissen, dass man so was machen kann.
Hip-Hop-News: Produzententechnisch ist mir aufgefallen, dass Du neben den üblichen Verdächtigen auch Golden League mit drauf hast. Magst Du dazu was erzählen?
Blaze: Das ist ein Production-Team aus der Schweiz. DJ Sweap und Pfund500. Wird bestimmt auch dem einen oder anderen was sagen, die sind da keine kleinen Namen. Die sind sehr fresh, machen sehr geile Sachen. Das war das erste mal das ich von denen ein Package bekommen habe und war sehr überrascht.
Hip-Hop-News: Ist das was wo Du immer die Ohren offen hältst? Auf dem Labelsampler war ja auch ein Beat von Fleksible drauf, den vorher noch keine gekannt hatte.
Blaze: Ich bin da auf jeden Fall sehr offen. Es kann ja sein, dass die in ihrem stillen Kämmerlein den Über-Beat machen aber trotzdem bei keinem auf der Karte sind. In Amerika ist ja auch der Schritt dahin. Wenn Du Dir mal die letzten Alben von 50 Cent anschaust, da sagt dir niemand was, der da als Producer drauf steht. Ich hatte auch mal einen Aufruf auf MySpace gestartet, dass ich Beats für mein Album brauche, wo ich dann aber nichts daraus picken konnte. Ich habe auch nicht allen Leuten geantwortet, was mir echt leid tut aber da kam echt so eine Flut von Einsendungen, dass das einfach nicht möglich war. Ich habe mir aber alles angehört. Es gab auch ein paar Beats die echt gut waren, dann aber nicht zum Album gepasst haben oder einfach noch nicht reif waren.
Hip-Hop-News: Da wir vorhin über das Prinzip von Karma gesprochen haben, bist Du ein gläubiger Mensch?
Blaze: Ja.
Hip-Hop-News: Spiegelt sich das auch auf dem Album wider?
Blaze: Der Glaube spielt schon eine Rolle aber nicht unbedingt der Glaube an Gott. Es ist eher dieser Gedanke des Karma, wo ich der festen Überzeugung bin, dass es so ist. Für mich war es einfach so oft so, dass wenn ich etwas Gutes getan habe, dass auch in irgendeiner Weise zurückbekommen habe und wenn es nur das war, dass ich irgendeine Scheiße nicht gemacht habe. Wo du sagst: Ich bin raus, da bin ich nicht dabei und dann am anderen Tag sagt dir jemand: Wir sind auseinandergenommen worden. Ich wollte einfach klarstellen, dass es das ist, woran ich glaube. Deshalb versuche ich einfach besser zu sein, in dem Wissen, dass ich das auch wieder zurückbekomme.
Hip-Hop-News: War das ein Prozess, der sich über eine lange Zeit hingezogen hat oder gab es eine Schlüsselmoment?
Blaze: Es war auf jeden Fall ein langer Prozess, der sich über Jahre hingezogen hat. So richtig gehen dir aber erst die Augen auf, wenn du Kinder bekommst und so ein kleines Geschöpf in der Hand hältst. Da kommen dann so viele Sachen zusammen, dass Du jemanden groß ziehen musst und ein gutes Vorbild bist. Das war schon vorher bei mir so, aber das war schon ein lebensverändernder Moment. Ich wollte einfach diesen Kopffick nicht mehr haben. Wenn du mit Scheiße zu tun hast, dann jagt die dich.
Hip-Hop-News: vor kurzem kam ja auch Dein Mixtape „138 Minuten vor Karma“ heraus. Neben vielen Songs die man schon mal irgendwo gehört hat, gab es auch ein paar neue Sachen. Sind die bei „Karma“ übrig geblieben oder waren die Exklusiv für das Mixtape?
Blaze: Die Herangehensweise an dieses Album war vollkommen anders. Dadurch dass ich kaum Zeit hatte, ist da nichts übrig geblieben. Alles was nicht gepasst hat, haben wir direkt gekickt. Bei den Songs die jetzt auf dem Mixtape waren, handelt es sich eher um Sachen, die irgendwann mal liegen geblieben sind, wie zum Beispiel die es nicht auf „Schocktherapie“ geschafft haben. Was ich aber auch eigentlich mit dem Mixtape zeigen wollte, war die Entwicklung der letzten paar Jahre. Da sind auch Songs drauf, die echt schon drei oder vier Jahre rumgelegen haben, wie zum Beispiel der Kool G Rap Song. Wir haben den Song so gemacht, wie er jetzt auf dem Mixtape drauf ist, wir haben halt nichts damit gemacht, weil er ehrlich gesagt auch nicht gut genug war um ihn auf „Schocktherapie“ zu bringen. Es gab auch Differenzen mit dem Management dort, so das im Endeffekt nichts mit dem Song passiert ist. Die haben ihn dann irgendwann auf das Kool G Rap Mixtape gemacht aber ob ich da jetzt mit drauf bin oder nicht, mache ich mir keinen Kopf drum. Wenn er ihn feiert ist das ja cool.
Hip-Hop-News: Wird es eine Releaseparty geben?
Blaze: Ja, am 29. Oktober im Nachtleben.
Hip-Hop-News: Alles klar. Dann danke ich Dir für die Zeit.
Blaze: Danke.
GEWINNSPIEL
Frage: Was ist Karma?
Antwort:
A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
B) Wenn ich etwas Gutes tue, widerfährt mir Schlechtes.
C) Ein Hip-Hop Dance Style.
Hinterlasst A, B oder C als Kommentar in diesem Interview. Unter allen Teilnehmern verlosen wir:
- 3x Blaze Album “Karma”.
- 3×3 Karten für die Releaseparty am 29. Oktober im Frankfurter Nachtleben.
Einsendeschluss: 23. September 2009







A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
Warst du das gestern im Studio?
@ Clevelander
Yup, ich war gestern im Studio.
Sind uns kurz über den Weg gelaufen. :-)
A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
A)Das Prinzip von Ursache und Wirkung
Jede Ursache hat eine Wirkung und jede Wirkung eine Ursache. Jede Tat erzeugt eine bestimmte Energie, die mit gleicher Intensität zum Ausgangspunkt ihres Erzeugers zurückkehrt. Alles geschieht in Übereinstimmung mit der Gesetzmäßigkeit, dass Gleiches aus Gleichem entsteht und jeder Aktion eine Reaktion folgt.
Es gibt daher keine Sünde, keine Schuld und kein Glück, denn jeder Mensch ist Schöpfer, Träger und Überwinder des Schicksals seiner selbst.
All das entspringt dem spirituellen Konzept von Karma.
Ich freu mich so derbst auf das Album
Frage: Was ist Karma?
Antwort:A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
nettes RHP tattoo
Nu klar, das ist A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung. Gutes Karma ist eben alles.
A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
Frage:
Was ist Karma?
Antwort:
A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
A)Das Prinzip von Ursache und Wirkung
A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
A) Das Prinzip von Ursache und Wirkung
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